Burgdorfer Gasthausbrauerei

Offizieller Beginn Kornhausumbau

2011

Offizieller Beginn Kornhausumbau

Fass-An- statt Spatenstich für die Burgdorfer Brauerei


Bier aus dem Kornhaus: Erst Bauen – dann Brauen



Wenn Brauer stechen, dann machen sie das lieber mit dem Zapfhahn als mit einem Spaten. So durfte es nicht erstaunen, dass die Gastgeber am offiziellen Beginn des Kornhausumbaus letzten Freitag lieber ein Fass aufgemacht, als ein Loch gegraben haben. Davor zeigten sich Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch, Gasthausbrauerei VR-Präsident Res Zbinden und Architekt Rolf Grossenbacher in ihren Reden rundum glücklich, dass im Kornhaus ab Frühsommer 2012 Bier gebraut werden kann.



„`Bier braucht Heimat’ ist das Motto der Burgdorfer Gasthausbrauerei. Hier, im Kornhaus, gibt es diese Heimat. Das Burgdorfer Bier erhält jetzt ein ausgesprochen schönes Zuhause“. Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch konnte ihre Freude und ihre Begeisterung für die anstehende Umnutzung des Kornhauses kaum zügeln. Das mit gutem Recht, denn bis dahin war der Weg eine einzige Erfolgsgeschichte: Der Stadtrat hatte den benötigten Bruttokredit von 3,9 Mio. Franken ohne Gegenstimme durchgewunken, es gab keinerlei Einsprachen und die Quartierbewohner zeigten sich von Beginn weg positiv. Und schliesslich hat – für einmal, so Zäch – sogar der Kanton ein positives Signal nach Burgdorf gesandt: Letzte Woche hat der Regierungsrat 500’000 Franken aus dem kantonalen Lotteriefonds für den Umbau freigegeben.



Brauen am symbolträchtigen Ort



Aus seiner Sicht konnte auch Res Zbinden, VR-Präsident der Burgdorfer Gasthausbrauerei, den rund 100 anwesenden Gästen eine ähnliche Erfolgsgeschichte vorsetzen: Vor etwas mehr als zehn Jahren hatten ein paar Bier-Enthusiasten eine Brauereianlage eingerichtet, die auf eine Jahresproduktion von 1500 hl ausgelegt war. Im letzten Jahr nun hat das engagierte Brauteam auf dieser Anlage im Schichtbetrieb 4000 hl Bier produziert. Weil die Brauerei am alten Standort im Schützenhaus damit an ihre Grenzen gestossen war, musste ein neuer Standort her. Nachdem die Stadt dafür das Schützenhaus angeboten hatte, hat eine Machbarkeitsstudie anfängliche Bedenken von Zbinden zerschlagen: „Wir waren – und sind – uns bewusst, dass wir mit der historischen Bausubstanz auch ein Risiko nehmen. Wir sind aber sehr stolz und glücklich, unser Bier an diesem symbolträchtigen Ort brauen zu können.“



Architekt Rolf Grossenbacher, auch er vom flotten Tempo des bisherigen Bewilligungsverfahrens tief beeindruckt, zeigte das Projekt am „Weg des Bieres“ auf: Vom ebenerdig gelegenen Malzlager kommen die Rohstoffe ins Sudhaus in der Nähe des Eingangsbereichs. Nach dem Brauprozess gelangt das spätere Bier einen Stock tiefer, wo jetzt der Gär- und Lagerkeller eingerichtet werden. Von dort geht es weiter in die Abfüllanlage, die in den heutigen Kulturgüterschutzräumen zu liegen kommt. Über einen neu zu errichtenden Lift wird das verkaufsbereite Bier dann abtransportiert.



Respekt vor der Bausubstanz



Damit die historische Bausubstanz, namentlich die Fassade des Kornhauses, während dem Umbau nicht verletzt wird, braucht es nach Grossenbacher in den kommenden sieben bis acht Monaten ein paar Kabinettstückchen: „Das ebenerdig gelegene Sudhaus bringen wir über den Keller ein: In Einzelteilen wird die Anlage über den ersten Lift ins Untergeschoss, mit dem zweiten wieder ins Erdgeschoss gebracht. Erst dort erfolgt die Montage.“
Ob so viel ausgeschüttetem Lob offensichtlich durstig geworden, wechselte die Festgemeinde auf die Wiese vor dem Kornhaus, um den symbolischen Fassanstich durchzuführen. Dabei waren die anstechenden Referenten Zäch und Zbinden froh, sich auf das Eingreifen des neuen Burgdorfer Braumeister Oliver Honsel verlassen zu können. Nach dem Anstich, beim Apero auf dem schattigen Vorplatz, waren sich alle Gäste einig: Die Brauerei im Kornhaus ist keinesfalls ein Fremdkörper; vielmehr ist es, als hätte sie immer schon ein wenig dorthin gehört.



Aktienkapital gezeichnet



Am Rand des Spatenstichs konnte die Burgdorfer Gasthausbrauerei vermelden, dass das für den Umbau benötigte neue Aktienkapital bereits gezeichnet ist. Ab sofort führt die Gesellschaft wieder eine Warteliste.



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